Galater 3 (Luther)
27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. 28 Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.

Wir wollen nun unsere Aufmerksamkeit dem anderen ‚limitierenden Abschnitt’ zuwenden. Doch bevor wir uns den Text anschauen, sollten wir wissen, dass die beiden Timotheusbriefe einzigartig sind. Paulus schreibt an eine einzelne Person, die er schon 15 Jahre kennt.

[…]

1. Timotheus 2 (Luther)
11 Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. 12 Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still.

[…]

Der griechischen Originaltext wird hier ganz deutlich. Er steht im Präsens Aktiv. Wortwörtlich steht da: „Den Frauen erlaube ich jetzt nicht zu lehren...“

Folglich stellt Paulus hier für die Frauen keine allgemeine Regel auf. Im Gegenteil, er beschäftigt sich mit dieser ganz speziellen Situation in Ephesus. Er spricht zu den Frauen in Ephesus, die dort falsche Lehren in die Gemeinde tragen. Dadurch haben sie für Paulus ihr Recht verwirkt, in den Versammlungen sprechen zu dürfen.

Noch etwas ist hier zu bedenken. Timotheus kannte Paulus schon 15 Jahre. Timotheus hatte den älteren Apostel auf zwei seiner Gemeindegründungs-Reisen begleitet. Er hatte alle Gemeinden besucht, die Paulus gegründet hatte. Wenn Paulus generell die Frauen davon ausgeschlossen hätte, in Gemeindeversammlungen zu sprechen und zu lehren, warum in aller Welt müsste er das Timotheus in einem Brief erklären? Timotheus müsste es dann doch schon längst wissen.